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seidenweich, Ostern

aus „Der April“ von Erich Kästner

Und schon hoppeln die Hasen,
mit Pinseln und Tuben
und schnuppernden Nasen,
aus Höhlen und Gruben
durch Gärten und Straßen
und über den Rasen
in Ställe und Stuben

Dann geht es ans Malen. Das dauert Stunden.
Dann werden noch seidene Schleifen gebunden.
Und Verstecke gesucht. Und Verstecke gefunden:
Hinterm Ofen, unterm Sofa,
in der Wanduhr, auf dem Gang,
hinterm Schuppen, unterm Birnbaum,
in der Standuhr, auf dem Schrank.

Da kräht der Hahn den Morgen an!
schwupp sind die Hasen verschwunden.
Am Gartentor lehnt und gähnt ein Mann.
Er spürt nicht Wunder, noch Abenteuer,
weil er sich nicht mehr wundern kann.

Liegt dort nicht ein kleiner Pinsel im Grase?
Auch das kommt dem Manne nicht seltsam vor.
Er merkt gar nicht, dass ihn der Osterhase
auf dem Heimweg verlor.

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#SEIDENUNIKAT #UrsulaStefko
Tücher, Schals, Schmuckstücke aus 100% Seide, handbemalt

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gemalte Worte, schenken

Schenken

Schenke groß oder klein,
Aber immer gediegen.
Wenn die Bedachten
die Gaben wiegen,
Sei dein Gewissen rein.

Schenke herzlich und frei.
Schenke dabei,
Was in dir wohnt
An Meinung, Geschmack und Humor,
so dass die eigene Freude zuvor
Dich reichlich belohnt.

Schenke mit Geist ohne List.
Sei eingedenk,
Dass dein Geschenk
Du selber bist.

(Joachim Ringelnatz)

"Nach Paul Klee", 2010, Acryl auf Leinwand, 80 x 100 cm, Copyright Ursula Stefko

„Nach Paul Klee“, 2010,
Acryl auf Leinwand, 80 x 100 cm,
Copyright Ursula Stefko

gemalte Worte, Durchgestrichen

Durchgestrichen

Während ich einen kurzen Text, den ich einige Tage zuvor geschrieben hatte, dessen ich mir aber nicht wirklich sicher war, zu korrigieren oder noch zu ergänzen versuchte, fiel mir ein längeres Haar vom Kopf auf das Papier.

Es lag da, nur wenig gekrümmt, schräg von links unten nach rechts oben über das Blatt hin.

Erich Fried „Das Unmaß aller Dinge. Erzählungen.“ 

O.T., 2016, Aquarell auf Papier, 36 x 48 cm Copyright Ursula Stefko

O.T., 2016,
Aquarell auf Papier, 36 x 48 cm
Copyright Ursula Stefko

gemalte Worte, Fliegerei

„Mir geht es nicht um die Sache mit der Fliegerei. Für mich ist das Flugzeug kein Zweck, es ist ein Mittel. Mein Leben setze ich nicht für die Fliegerei aufs Spiel, so wenig wie der Bauer für den Pflug arbeitet.

Aber mit dem Fliegen verlässt man die Städte. Man lebt mit Winden, Sternen, Nacht und Sand. Man misst sich mit den Kräften der Natur und wartet auf den neuen Tag wie der Gärtner aufs Frühjahr. Man ersehnt den Flughafen wie ein gelobtes Land und sucht seine Wahrheit in den Sternen.“

aus „Wind, Sand und Sterne“ von Antoine de Saint-Exupéry, 1900 – 1944
Flugpionier und Schriftsteller

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„Urknall“, 2014, Acryl auf Papier 80 x 100 cm, Copyright Ursula Stefko

 

gemalte Worte, verrückte Zeiten

„Ich habe 11 Kinder und bin 26-fache Großmutter, und allesamt habe ich sie ihre verrückten Zeiten durchmachen sehen. Wenn es über sie kommt, sind sie in ihrem Übermut schlimmer als der Teufel. Ein kindlicher Geist ist wie ein Kind. Man kann ihn nicht fangen, indem man ihm hinterherläuft. Man muss still stehen, und aus Liebe kommt er bald von selber zurück.“

Rebecca Nurse in „Hexenjagd“ von Arthur Miller

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„Endspurt“, 2012, Mischtechnik auf Leinwand, 60 x 80 cm, Copyright Ursula Stefko

gemalte Worte, Vertrauen

#UrsulaStefko #fineart #gemalteWorte

Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich verstanden, dass ich immer und bei jeder Gelegenheit,
zur richtigen Zeit am richtigen Ort bin
und dass alles, was geschieht, richtig ist –
von da an konnte ich ruhig sein.
Heute weiß ich: Das nennt man VERTRAUEN.

(aus „Als ich mich selbst zu lieben begann“, zugeschrieben Charlie Chaplin)

Ausschnitt aus „Aufgeschlossenheit“, 2013, Acryl auf Papier, 62x80, incl. Rahmen, Copyright Ursula Stefko

Ausschnitt aus „Aufgeschlossenheit“, 2013,     Acryl auf Papier, 62×80, incl. Rahmen,        Copyright Ursula Stefko

Kalligraphie, gemalte Worte

Kalligraphie, ein Thema, das ich schon lange im Hinterkopf habe. Federn, Tusche und Papier liegen schon seit längerem unberührt.

Im Zuge der Vorbereitungen zu meinem Seminar Tusche und Lavierung nahm ich die Dinge wieder zur Hand und beschäftigte mich damit.

Wir hatten als Schulfach „Schönschreiben“. Das begleitet mich seitdem auch wenn sich meine Handschrift im Laufe der Jahre veränderte. Handschriftliches ist in der heutigen Zeit etwas besonderes.

Jetzt hat mich die Schriftart „Uncial“ fasziniert, die heute noch in Irland für gälische Worte benutzt wird, die keltischen Ursprungs sind.

Eine Form, die bereits im 4. bis 8. Jhdt. nach Christus verwendet wurde. Es ist dies eine Schriftart, die aus Großbuchstaben besteht, wobei Initialen nur einfach größer geschrieben sind. Groß- und Kleinbuchstaben, wie wir sie heute kennen, wurden erst ab dem 7. bis 9. Jahrhundert entwickelt.

Ausgehend von der Schriftart „Artificial Uncial“ hatte ich in meinem Beispiel eine Kalligraphiefeder verwendet, Bister Tusche auf Spezialpapier und als Hintergrund handbemalte Seide verwendet.

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